Ein Blick in die Glaskugel der Public Relations

Allgemeine Trends

Schauen wir in die Zukunft der PR: Welche wichtigen Trends wird es geben?

Zunehmender Wettbewerb:

Der Wettbewerb wird auf allen Märkten zunehmen. Für die PR wird dies bedeuten, dass sie den wichtigen Bezugsgruppen noch besser erklären muss, wofür das Unternehmen steht und welches einzigartige Erlebnis es seinen Mitarbeitenden, seinen Kunden, Journalisten und anderen wichtigen Bezugsgruppen bietet.

Zunehmende Professionalisierung:

PR werden aufgrund dieser Rahmenbedingungen professioneller werden müssen, um die eingesetzten Mittel zu rechtfertigen und ihren Beitrag für den Unternehmenserfolg bestmöglich zu leisten. Es gibt noch viele Potenziale für die Gestaltung von Kommunikation – allen voran die Bildkommunikation und das Corporate Storytelling.

Gestaltung von Beziehungen:

Beziehungen stehen im Mittelpunkt der PR. Produkte sind kopierbar, Beziehungen sind einzigartig. Die PR werden daher künftig noch wirkungsvoller Beziehungen gestalten können. Wichtig hierbei sind die Social Media, die die meisten Unternehmen vor neue Herausforderungen stellen – nämlich direkt mit ihren Bezugsgruppen in Kontakt treten und direkte Kommunikation dauerhaft gestalten zu können.

Die integrierte Gestaltung der internen und externen Kommunikation:

Künftig werden interne und externe Kommunikation wesentlich stärker in ihrem Zusammenspiel gestaltet werden, um Synergien zu nutzen und Widersprüche zu vermeiden. Vertrauen entwickeln: Vertrauen wird zum zentralen Konstrukt, um die langfristige Beziehung der Bezugsgruppen zu erklären. Wichtiger wird daher werden zu verstehen, was Vertrauen ist, wie es entsteht und wie es systematisch gestaltet werden kann. Leider gibt es hierzu erst wenige Erkenntnisse.

Aufbau und Entwicklung von Erlebnissen:

Stand in den vergangenen Jahren vor allem das Vermitteln von Informationen im Mittelpunkt der PR, zeigen neuere wissenschaftliche Erkenntnisse, welche wichtige Rolle die Gefühlswelt der Bezugsgruppe spielt. Daher wird es erforderlich sein, jene Gefühle zu bestimmen, die mit einem Unternehmen verbunden sein sollen – auch in Abgrenzung vom Wettbewerb. Zum anderen müssen hieraus operative Entscheidungen abgeleitet werden wie der gezielte Einsatz von Events sowie der Einsatz von Bildern und Geschichten.

Systematische Weitsicht:

Zu wenige Unternehmen planen ihre PR systematisch und langfristig. Kommunikationskonzepte sind jedoch essenziell für erfolgreiche und professionelle PR, denn sie verringern das Risiko von Fehlentscheidungen, regeln das Zusammenspiel aller Beteiligten im Unternehmen und ermöglichen größtmögliche Eigenständigkeit aller Beteiligter unter Beibehaltung gemeinsamer Ziele.

Konzepte:

Um ein festgelegtes Vorstellungsbild bei den Bezugsgruppen aufzubauen und langfristig zu entwickeln, ist ein Kommunikationskonzept unerlässlich, also ein schriftlich fixierter Verhaltensplan.

Besonders wird sich die digitale Transformation auf die PR auswirken.

Megatrend: Digitale Kommunikation

Die zunehmende Digitalisierung in allen Lebensbereichen bringt umfangreiche und kontinuierliche Veränderungen für Unternehmen aller Branchen und aller Größen mit sich – vergleichbar mit der Industrialisierung. Viele Unternehmen wollen diese Entwicklungen für ihren künftigen Geschäftserfolg nutzen. Dies erfordert große Anstrengungen, denn die Entwicklungen und somit die Konsequenzen sind sehr weitreichend: Digitale Transformation bringt immer neue Technologien, neue Geschäftsmodelle, neue Formen der Organisation, der Zusammenarbeit und des Selbstmanagements sowie Anforderungen, Erwartungen und auch Ängste der Menschen als private Individuen, Kundinnen und Kunden oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Auswirkungen ergeben sich damit auf das gesamte Unternehmen, auf Funktionen/Projekte sowie auf jede und jeden einzelnen Mitarbeitenden. Digitale Transformation ergibt sich nicht durch die Entwicklung neuer Technologien, sondern deren Anwendung, erst durch die Umsetzung wird sie “lebendig”. Alle Funktionen im Unternehmen betroffen – von der Forschung und Entwicklung über Produktion und Marketing, aber auch die Human Relations und die Verwaltung. Sie betrifft das Management, das Leadership und auch die PR.

Drei wichtige Fragen lauten:

  1. Wie werden sich Wirtschaft und Unternehmen im Rahmen zunehmender Digitalisierung in den kommenden Jahren (und Jahrzehnten) entwickeln? Welche Konsequenzen hat dies für die (digitale) Kommunikation?
  2. Was motiviert die Mitarbeitenden (Teams und Einzelne), die enormen Chancen für das Unternehmen und für sich zu nutzen und hierbei auftretende Hindernisse, Mühen und Probleme zu meistern?
  3. Wie kann Kommunikation zur digitalen Transformation beitragen?

 

Weitere Trends sind u.a.:

  • Kommunikation wird komplexer
  • Kommunikation findet jederzeit und überall statt
  • Neue Inszenierungsformen werden sich entwickeln
  • Wir werden ein reifes Verhältnis zu digitalen Medien entwickeln
  • Im Digital Storytelling stehen wir noch am Anfang

 

Dem Thema Zukunft der PR widmen sich auch Referenten und Redner auf unseren Praxistagen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am 18./19. Mai 2017 in Düsseldorf.

Prof. Dr. Dieter Georg Adlmaier-Herbst

Prof. Dr. Dieter Georg Adlmaier-Herbst

Prof. Dr. Dieter Georg Adlmaier-Herbst ist Honorarprofessor für Strategisches Kommunikationsmanagement und Gastprofessor im Masterstudiengang „Leadership in Digitaler Kommunikation“ der Universität der Künste Berlin (Deutschland) und im Zertifikatskurs „Digital Brand Management around the world“. Er ist Gastprofessor für „eCommerce in China“ an der Jiao-Tong-Universität in Shanghai (China) und Hauptdozent für Unternehmenskommunikation und Social Media in zwei EBMA-Programmen an der Universität St. Gallen (Schweiz). Er forscht und lehrt regelmäßig in den USA, in Indien und Brasilien. Herbst ist außerdem Geschäftsführer der source1 networks GmbH und weltweit als Berater für Unternehmen, Organisationen und Personen tätig. 2011 wurde er von der Zeitschrift „Unicum Beruf“ zum „Professor des Jahres“ gewählt. Er ist Mitglied im „Rat der Internetweisen“. Herbst hat 16 Bücher über Marketing und Unternehmenskommunikation geschrieben.

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