Schreibend unterwegs – Johannes Klaus im Interview

Influencer Marketing kann im Rahmen einer Content-Strategie eine wichtige Rolle spielen. Als Markenbotschafter können Influencer die Verbreitung und das Seeding von Unternehmensthemen unterstützen. Auch indirekt – über Vernetzung und Interaktion zwischen Unternehmen und Influencer – können diese zu wirkungsvollen Multiplikatoren werden. Dabei gilt natürlich immer: Influencer müssen passend zur eigenen Strategie, den eigenen Themen und Inhalten und der Zielgruppe ausgewählt werden.

In der ersten Ausgabe unseres Magazins 1 – Content Marketing für Alle stellen wir Ihnen 5 erfolgreiche deutsche Reiseblogger mit ihren jeweiligen Schwerpunkten und besonderen Stärken vor. Mit jedem der Blogger/innen haben wir auch Einzelinterviews geführt, um sie Ihnen an dieser Stelle einmal genauer vorzustellen.

Lesen Sie hier: Johannes Klaus (Reisedepeschen) im Interview.

Wer bist du und was machst du? Beschreibe dich und deinen Blog in 1 – 2 Sätzen.

Ich startete als Grafik-Designer, arbeite seit fünf Jahren mehr und mehr als Reiseblogger, Herausgeber von zwei Reiseblogportalen (reisedepeschen.de, travelepisodes.com) und als Herausgeber von Büchern.

Warum hast du deinen Blog gestartet?

Ich wollte meine Erlebnisse festhalten, einmal für mich selbst (ich habe ein sehr schlechtes Gedächtnis), und für Freunde und Familie. Daraus wuchs etwas, das auch neue Leser interessierte.

Was willst du mit deinem Blog erreichen?

Ich und die anderen Autoren der Blogs erzählen Geschichten von ihren Erlebnissen, die einen Fokus darauf haben, was der Reisende denkt, fühlt und wen er trifft. Damit lässt man den Leser miterleben, wie es ist, an diesem Ort zu sein, und nimmt ihn stärker mit als bei objektiveren Reportagen. Die Leser können von ihrem Sessel aus eine Reise tun, und sich auch für eigene Reisen inspirieren lassen.

Was macht den Erfolg deines Blogs aus?

Ich habe einen klaren Fokus auf literarische Geschichten und ungewöhnliche Erzählformen. Jeder Blogger, der versucht ein Erlebnis neu und überraschend zu beschreiben, ist für meine Blogs interessant – es ist gar nicht einfach, hier passende Autoren zu finden.

Wer sind deine Leser und Follower?

Auf den Reisedepeschen, und schon gar nicht in den langen multimedialen Reisereportagen von The Travel Episodes, findet man keine Top 10-Listen. Die Leser lesen gerne, und wertschätzen gut geschriebene Geschichten.

In welchen Social-Media-Kanälen siehst du deinen Schwerpunkt und warum?

Social Media Kanäle sind bei mir vor allem dafür da, neue und alte Bloginhalte an die Leser zu bringen. Dabei spielt Facebook die größte Rolle, Twitter und Instagram folgen.

Welche Art von Kooperationen gehst du ein, welche nicht?

Es gibt mehrere Kooperationsmodelle. 1. Ich biete Unternehmen an, als Sponsoren die Blogs zu unterstützen. Dafür können sie sich oder ihr Angebot präsentieren. 2. Ich reise im Auftrag von einer Stadt, Region, einem Land oder Unternehmen um für deren eigene Blogs und Social Media Kanäle hochwertige Inhalte wie Berichte, Fotos und Videos zu erstellen. 3. Mit dem Reiseblogger Kollektiv bin ich in einem Verbund von Reisebloggern, die gemeinsam mit Unternehmen Content- und Marketingkonzepte entwickeln und erstellen. 4. Darüber hinaus nehmen ich und die Autoren an klassischen Pressereisen teil.

An welche Kooperation(en) erinnerst du dich besonders gerne und warum?

Im Auftrag der Gondwana Collection Namibia reiste ich zusammen mit Marianna Hillmer vom Weltenbummler Mag vier Wochen durch dieses faszinierende Land – ohne Vorgaben konnten wir eigene Inhalte erstellen – eine Arbeitsweise, die gut zur subjektiven Ausrichtung eines Blogs passt.

Was wünschst du dir von (zukünftigen) Kooperationspartnern?

Wichtig finde ich, dass die diversen Kooperationsformen nicht all zu sehr durcheinander gewürfelt werden. Eine Pressereiseeinladung darf keine Verpflichtungen enthalten und sollte kein zusätzliches Honorar beinhalten; Für Corporate Content muss aber ein angemessenes Honorar bezahlt werden. Inhalte, die bezahlt werden und auf den Kanälen des Bloggers veröffentlicht werden, müssen entsprechend gekennzeichnet werden. Nur so lange hier klare Regeln beachtet werden, gibt es keine Verlierer, ob Blogger, Unternehmen oder Leser.

Du bist besonders für deinen hohen redaktionellen Anspruch bekannt, hast für deine „Reisedepeschen“ auch den Grimme Online Award erhalten.  Wie kam es dazu und was macht gutes Schreiben für dich so wichtig?

Den Grimme Online Award habe ich für meinen ersten Blog „Reisedepesche“ bekommen, der dann in den Reisedepeschen weiterentwickelt wurde und sich mehreren Autoren geöffnet hat. Die Qualität eines Beitrags ist für mich von besonderer Bedeutung, doch es kommt nicht auf Perfektion an. Für mich ist es wichtig, von einer Geschichte überrascht zu werden – in irgendeiner Hinsicht, ob stilistisch oder inhaltlich. Es macht Freude etwas zu produzieren, was schön ist – und ich bin der festen Meinung, dass sich Qualität auf mittlere Sicht immer auszahlt.

 

 

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