Schreiben für Online-Medien oder: Der Leser, ein Überflieger?

Wir wissen es alle: Online-Lesen folgt eigenen Gesetzen. Der Leser nimmt sich wenig Zeit, um aus der Informationsflut Wichtiges herauszufiltern. Er überfliegt Online-Texte nur kurz. Dabei stellt er sich  Fragen: Bin ich hier richtig? Und lohnt es sich zu bleiben? In dieser sogenannten Scanphase nimmt der Nutzer nur Bilder, Überschriften und wenige Hervorhebungen wahr.

 

Überfordern Sie den Nutzer beim Scannen nicht. Ideal sind eine aussagekräftige, bildhafte Headline sowie wenige Zwischenüberschriften mit maximal 7 Wörtern. Und: Ihre Bilder sollten die Kernbotschaft oder zumindest das Thema transportieren.  Bereits nach 2-4 Sekunden muss er zum Schluss kommen: „Hier werde ich fündig!“

 

Nur dann beginnt der Nutzer zu lesen. Jedoch selektiv – er „skimmt“. Englisch „to skim“ bedeutet übersetzt: „den Rahm abschöpfen“. Das heißt: Die ersten 3-4 Worte jedes Absatzes müssen dem Nutzer „schmecken“ – nur dann liest er weiter. Beginnt ein Absatz mit „Schon in der Vergangenheit“ hüpft das Auge sofort zum nächsten Absatz – auf der Suche nach spannenderen Antworten.

 

Mit der Tür ins Haus fallen

Was im persönlichen Kontakt als unhöflich gilt, ist bei guten Online-Texten ein Muss: Fallen Sie mit der Tür ins Haus. Platzieren Sie Ihre Kernbotschaft gleich zu Beginn. Ohne Umschweife, ohne lange Einleitung, wie wir es vielleicht beim Aufsatzschreiben in der Schule gelernt haben. Denn: Umständliche Erklärungen langweilen den Internetnutzer und vertreiben ihn im schlimmsten Fall. Bildhaft und ausdrucksreich sollte die Sprache sein. Kurz und knackig der Text. Was heißt das konkret?

 

Die richtige Wortzahl treffen


Maximal 10 Wörter sollte der erste Satz eines Absatzes umfassen. Längere, verschachtelte Sätze – wie dieser Satz, den Sie gerade hier vor sich sehen und der nur mit Mühe zu lesen und zu verstehen ist – erschweren das Lesen und das Verständnis des Geschriebenen. Fassen Sie sich kurz. Versetzen Sie sich in die Rolle Ihrer Zielgruppe und geben Sie im Text direkt die Antworten auf deren Fragen.

 

Die Crux mit SEO


Kurz und knackig für den Leser und zugleich dicht besetzt mit Keywords? Das ist tatsächlich ein Spagat. Unser Tipp: Schreiben Sie Ihren Text für Ihre Zielgruppe. Platzieren Sie erst danach Ihre Keywords in einer Dichte von 3 – 5%. Überfrachten Sie den Text dabei nicht. In der Überschrift und im ersten Satz sollte das Keyword natürlich einmal vorkommen – aber auch nicht mehr! Die Sätze drei oder vier in einem Absatz werden deutlich seltener gelesen: Hier können Sie deshalb das Keyword gleich mehrmals hineinpacken.

 

Und wie bleibt man kreativ?


Starten Sie meist mit einer Frage? Fallen Ihnen bei Ihren Überschriften immer die gleichen Formulierungen ein? Mit Kreativtechniken wie dem ABC-Darium und der Lullschen Leiter generieren auch gestandene Marketing-Texter immer wieder neue Ideen. Im Workshop am 30. März in Düsseldorf stellen wir Ihnen diese Techniken vor.

 

Bild von Thought Catalog

 

Ania Dornheim, textwende

Ania Dornheim, textwende

Ania Dornheim, textwende. Unser Name ist Programm: Seit über 18 Jahren setzen wir uns dafür ein, dass die Texte deutscher Unternehmen verständlicher, lebendiger und individueller werden. Bei unseren Seminaren ist der praktische Nutzen für die Seminar-Teilnehmer unser oberstes Ziel. Selbst komplexe Sachverhalte präsentieren wir anschaulich und humorvoll.

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