Responsive Webdesign verändert alles

Vier Tipps für erfolgreiches Digital Publishing

It’s such a shame that responsive design is often degraded to being a „web design trend“. It isn’t. It’s a new mindset. Vitaly Friedmann, Smashing Magazin

„Was ist eigentlich Responsive Design?“ „Kenne ich! Mobile first, also die Webseiten auch für Smartphones optimieren.“ „Damit setzen wir aktuell unseren Website Relaunch um.“ „Das machen bei uns die Leute aus der IT.“
Kommen Ihnen diese Aussagen bekannt vor? Jeder der sich mit digitalen Kommunikationslösungen beschäftigt, kommt schon lange nicht mehr an diesem Begriff vorbei. Jeder denkt er wüsste, worum es geht, aber früher oder später treten dann doch Komplikationen bei der Umsetzung auf. Das Problem: Um zu verstehen, was hinter dem Begriff „Responsive Design“ steht, bedarf es mehr, als die Technologie oder den Designansatz zu begreifen. Die zwei Aspekte sind nur die Spitze des Eisberges. Aus einer responsiven Denkweise ergeben sich viel mehr Möglichkeiten. Diese Ansätze werden bisher kaum beachtet.
Deshalb hier vier motivierende Tipps, die Sie für ein digitales Kommunikationsprojekt unbedingt beachten sollten:

Tipp 1: Arbeiten Sie agil. Seien Sie offen für neue Prozesse.

Damit bei der steigenden Komplexität digitaler Kommunikationsansätze gute Lösungen entstehen, braucht es vor allem neue Denk- und Herangehensweisen. Das Wasserfallprinzip versagt gerade bei digitalen Herausforderungen zu oft. Als Basis benötigen Sie einen „responsiven Workflow“ mit entsprechenden Tools, die dabei unterstützen. In den letzten Jahren hat sich besonders in Bezug auf kollaborative Organisations-Tools einiges getan. Am Markt gibt es mittlerweile unzählige Alternativen mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen (eine Übersicht finden Sie hier: http://www.creativebloq.com/design/online-collaboration-tools-912855). Das kollaborative Organisations-Tool trello kommt bei uns z. B. häufiger zum Einsatz und eignet sich besonders gut für agile Prozesse.

Darüber hinaus sollte aber auch die Bereitschaft bestehen, neue Wege zu gehen. Die folgende Abbildung zeigt grob, welche „Hürden“ ein Website-Projekt mit sich bringt und wie wichtig es ist, sich im Vorfeld Gedanken zu machen. Im Prozess selbst ist es entscheidend, sich nicht nur regelmäßig abzustimmen, sondern sich auch zu treffen, damit alle Teammitglieder das Projekt gemeinsam voran bringen können.

Fazit: Arbeitsabläufe ändern sich grundlegend, Strukturen müssen umgewälzt werden. Das sorgt natürlich für Angst vor Kontrollverlust. Dabei ist es nur etwas ganz Natürliches: Agiles Arbeiten heißt, miteinander reden und etwas gemeinsam erarbeiten und Projekte nicht nach dem Wasserfallprinzip anzugehen.

Nemo Altenberger, Jan Eisenkrein, Profilwerkstatt

Responsive Workflow eines Website-Relaunchs. © Profilwerkstatt

Tipp 2: Design als Storydesign verstehen

Nobody comes to your website just to look at your homepage or navigate your information architecture. People come because they want to get something done. Ida Aalen, www.alistapart.com

Design arbeitet für Content – und nicht umgekehrt. Das Motto sollte lauten: Content first. Wenn der Content keinen Mehrwert bietet,kann das Design noch so ansprechend sein: Es bringt Ihnen rein
gar nichts. Eine gut durchdachte und im Vorfeld erstellte Content-Strategie ist also das A und O für ein erfolgreiches Projekt. Ohne Analyse und Konzeptionsphase, keine Strategie. Und ohne Strategie
kein Erfolg bei der Zielgruppe.
Schon lange bevor die Marketingverantwortlichen dieser Erde über “mobile first” oder “content-driven design” diskutiert haben, war es sinnvoll, sich über den eigentlichen Nutzen für den Besucher einer
Website (einer App, eines Online-Games etc.) zu unterhalten. Ein Aspekt, der oft unter den Tisch fällt und gerne eingespart wird. Ein großer Fehler – denn nur, wenn ich weiß, welche Probleme meine Zielgruppe hat, kann ich Lösungen entwickeln, die meine Zielgruppe finden, lesen und weiterempfehlen wollen.

Fazit: Ohne Mehrwert für die Zielgruppe, kein Traffic auf der Website. Da kann das (responsive) Design der Website noch so überragend sein. Design und vor allem Usability sind wichtig, aber Inhalt ist das Wichtigste.

Tipp 3: Think out of the Textbox

Eine gute Website hat eine Story, eine Dramaturgie und ist auf allen internetfähigen Endgeräten abbildbar. Das ist die Pflicht von heute, um die kein Unternehmen mehr herum kommt. Die Kür von morgen besteht darin, die multimedialen Möglichkeiten, die es gibt, zu nutzen. Und zwar mit nur einem Ziel: Die Besucher der Website unterhalten und am Ende zum heiß geliebten Call-To-Action verführen. Fangen Sie also spätestens nach dieser Lektüre an, multimedial zu denken und werten Sie Ihre Inhalte für den Nutzer auf. Nutzen Sie die Spielwiese der digitalen Möglichkeiten. Packen Sie komplexe Sachverhalte in verständliche Erklärfilme, wandeln Sie monotone Textwüsten in animierte Infografiken um. Zeigen Sie Bildmaterial aufbereitet in Slideshows und entscheiden Sie sich für hochwertige und authentische Fotos. Denn: Diese Zusatzelemente sind keine bloße Dekoration Ihrer eigentlichen Inhalte, sondern verstärken und unterstützen Texte mit hohem Mehrwert für die Zielgruppe.

Fazit: Versuchen Sie, sich anderen Disziplinen zu öffnen und die Sichtweise eines Multimediajournalisten einzunehmen. Dann sind Sie für die kommunikativen Herausforderungen der Zukunft gewappnet.

Tipp 4: Testen, analysieren, verbessern, testen, analysieren, verbessern … !

Ein digitales Projekt ist kein gedrucktes Heft. Amen. Durch ständig fortschreitende Technologien verändern sich nicht nur die Herausforderungen, sondern auch das Nutzerverhalten. Webseiten, die heute nur noch aus Texten bestehen, sind keinem Internetnutzer mehr zumutbar.

Digitale Produkte sind wie Kinder. Sie kommen auf die Welt, sie wachsen, lernen und werden “komplexer“. Daran muss man sich immer erinnern, wenn der Druck nach dem Launch einer Webseite oder dem Upload einer App in den AppStore abfällt. Das Kind ist jetzt auf der Welt und jeder der Kinder hat, weiß: Jetzt fängt die Arbeit erst richtig an. Das betrifft Anpassungen im Workflow der Content-Erstellung (Stichwort: medienneutrales Publizieren) genauso wie das Auswerten von Erfolgen und Misserfolgen (Stichwort: Analysetools).

Nemo Altenberg, Jan Eisenwerken, Profilwerkstatt

Und ewig dreht das Content Rad! © Profilwerkstatt

Fazit: Nie zuvor haben Sie die Möglichkeit gehabt, so schnell und gezielt auszuwerten, welche Inhalte gut und welche weniger gut bei der Zielgruppe ankommen. Und genau an diesen Zahlen müssen sich Digitalprojekte messen lassen. Denn darin liegt das Potenzial, Inhalte kontinuierlich so zu verbessern, dass sie zu einer relevanten Quelle für Ihre Zielgruppe werden.

Noch mehr zum Thema Responsive Design und weiteren Themen erfahren Sie auf den Praxistage Onlinekommunikation am 10. und 11. November 2015 in Frankfurt.

Nemo Altenberger

Nemo Altenberger

Nemo Altenberger ist seit 2011 Berater in der Unit Strategie mit Schwerpunkt Social Media bei der Profilwerkstatt, wo er ein Jahr zuvor als Marketing-Assistent begann. Zuvor war der Diplom-Politologe vier Jahre lang Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag Berlin.

Jan Eisenkrein

Jan Eisenkrein

Jan Eisenkrein ist Leiter der Unit Social Business Relations bei der Profilwerkstatt. Zuvor war er bereits seit 2011 Mitarbeiter in der Unit Strategie mit Schwerpunkt Social Media. Er sammelte bereits seit 2007 Erfahrungen im Bereich PR, Öffentlichkeitsarbeit und Social Media, u.a. bei Wbpr Public Relations Berlin und der Profilwerkstatt. Eisenkrein hat Politikwissenschaften und Governance and Public Policy studiert.

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