5 Tipps für wirkungsvolle Bild-PR

Bild-PR gehört zum grundlegenden Handwerkszeug für jeden, der Public Relations betreibt: Täglich wählen PR-Mitarbeiter Bilder für Presseinformationen aus, sie briefen Fotografen und Layouter für neue Broschüren und geben Internetseiten mit Bildern frei.

Die Frage lautet, wie Bilder am stärksten auf Mitarbeitende, Kunden, Journalisten und deren Leserinnen und Leser wirken. Hier die 5 wichtigsten Tipps für die optimale Bildgestaltung:

1.     Zeigen Sie große Bilder

Je größer das Bild, desto eher wird es beachtet. Die Wirkung von Bildern steigt linear mit deren Größe.  Wichtig ist, dass Sie ein Bild pro Seite in den Vordergrund stellen, um dem Betrachter einer Seite die Orientierung zu ermöglichen: Je größer, desto wichtiger.

In einer Zeitung beachten wir die größten Bilder in der Regel zuerst, dann die kleineren. So ist es auch mit der Größe von Überschriften: Blättern wir in einer Zeitschrift auf eine neue Seite, nehmen wir an, dass die größte Überschrift die wichtigste ist – wie der Aufmacher der Bild-Zeitung zeigt. Unsere Augen können aufgrund der Bildgröße die Reihenfolge der Bilder besser abarbeiten – Stichwort: Domino-Effekt. Ein großes Bild sollten Sie daher mehreren kleineren Bildern vorziehen.

2.     Stellen Sie Menschen dar

Bilder von Menschen sind besonders wirksam. Sie sind nach der Bildgröße der wichtigste Wirkfaktor. Menschen sind die Stimmungsmacher auf Bildern schlechthin. Kaum etwas ist für uns so interessant wie andere Menschen. Wir orientieren uns an ihnen: Wir wollen sehen, was sie tun und wie es ihnen dabei geht. Geht es ihnen schlecht, sind wir gewarnt. Geht es ihnen gut, wollen wir dies auch tun.

Auf Bildern verfolgen wir sehr gern, wie Menschen miteinander reden, was sie gemeinsam tun. Wir prüfen, ob dies für uns wichtig ist oder wichtig sein könnte, weil es uns vor Schaden bewahrt oder unser Wohlbefinden steigert. Motive mit der Interaktion von Menschen gehören deshalb zu den wichtigsten Motiven auf Bildern.

3.     Erzählen Sie Geschichten

Was fällt Ihnen spontan ein, wenn sie an Greenpeace denken? Sicher die Geschichte des kleinen Schlauchbootes, das gegen den großen Öltanker kämpft. David gegen Goliath. Solche Bildgeschichten fallen auf, sie informieren uns, sie lösen Gefühle in uns aus und wir erinnern uns besonders gut und gern an sie. „Komm mit ins Abenteuerland“, forderte uns Thyssen-Krupp auf.

Unternehmen lernen wir am besten kennen, wenn sie uns ihre Geschichte erzählen und vor allem, wenn wir sie sehen können. Geschichten sind besonders gehirngerecht, weil sie bildhaft, bewegungsnah und anschaulich sind. Sie wollen nicht möglichst viele Informationen über die Organisation vermitteln, sondern Schlüsselinformationen, durch die Menschen entscheiden können, die Organisation zu unterstützen oder nicht.

4.      Nutzen Sie Kontraste

Unser Gehirn sollte Dinge im Vordergrund erkennen, im Mittelgrund und im Hintergrund. Es sollte außerdem Dinge auf jeder dieser Ebenen erkennen können. Damit es dies bestmöglich kann, trennt es die Gestalten vom Hintergrund. So kann unser Gehirn schnell die Konturen der Objekte erfassen. Unterstützen Sie also das Erkennen von Gestalten durch einen starken Figur-Grund-Kontrast. Wichtige Gegenstände sollten sich auf dem Bild klar und deutlich vom Hintergrund abheben, also einen starken Figur-Grund-Kontrast aufweisen.  Die Gestalt sollte prägnant sein. Der Rest sollte im Hintergrund stehen.

Sehr gut erinnerbar sind auch andere Formen von Kontrasten, die Sie hervorragend und sehr wirkungsvoll für Ihre Bilder nutzen können:

  • Größenkontrast: Groß und klein
  • Formenkontrast: Dick und dünn
  • Alterskontrast: Jung und alt
  • Farbkontrast: Schwarz-weiß und Farbe, ein grüner Punkt auf einer roten Fläche
  • Bewegungskontrast: Bewegung inmitten von Stillstand
  • Orientierungskontrast: schräge Linie im Umfeld von geraden Linien

5.   Lassen Sie Bewegung entstehen in der Bild-PR

Bewegungen aktivieren und ziehen unser Auge besonders stark an.  Ein fahrendes Auto wirkt besser als ein offensichtlich stillstehendes. Sie sollten daher Dynamik in Ihre Bilder einbauen, zum Beispiel indem Sie Scheinbewegungen durch unscharfe Konturen darstellen  – das Auto könnte durch Wasser fahren oder einen Berg erklimmen. Auch Menschen sollten auf Ihren Bildern Bewegungen andeuten. Dies ermöglichen bekannte Gesten, wie die ausgebreiteten Arme und der Schulterschlag.

 

Veranstaltungstipp:

Prof. Dr.  Dieter Georg Adlmaier-Herbst bespricht dieses Thema intensiv in dem Kurs Bild-PR. Informationen zu der Veranstaltung finden sie hier.

Fachbuchtipp:

Bilder, die ins Herz treffen: Pressefotos gestalten, PR-Bilder auswählen von Prof. Dr. Dieter Georg Adlmaier-Herbst

Prof. Dr. Dieter Georg Adlmaier-Herbst

Prof. Dr. Dieter Georg Adlmaier-Herbst

Prof. Dr. Dieter Adlmaier-Herbst ist selbstständiger Kommunikationsberater für namhafte Unternehmen im In- und Ausland. Er ist Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Marketing und Kommunikation an der Fachhochschule für Ökonomie und Management in Berlin, leitet seit 2009 den Masterstudiengang Leadership in Digitaler Kommunikation an der Universität der Künste Berlin (UdK) und ist Gastprofessor der Lettischen Kulturakademie Riga und Dozent an der Universität St. Gallen. Von ihm sind bisher 14 Bücher zum Thema Kommunikation erschienen (zum Beispiel Storytelling, Corporate Imagery, Praxishandbuch Unternehmenskommunikation, Public Relations).

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