5 Tipps für wirkungsvolle Suchmaschinenoptimierung

von Andre Alpar

Search Engine Optimization, kurz SEO, hat sich in den letzten 15 Jahren von einer Nischen-Branche zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig im Online-Business entwickelt, auf den immer mehr KMUs wie auch Großunternehmen und Konzerne aufmerksam werden. Dennoch ist das Thema für viele Firmen noch immer neu, oft sogar ein Buch mit sieben Siegeln. Und auch wenn die Disziplin als solche sehr vielfältig ist und technisch sowie personell sehr aufwendig sein kann – die Grundlagen des SEO und die zugrunde liegende Idee dahinter sind relativ simpel. Dieser Beitrag soll die 5 SEO-Grundpfeiler darlegen, um ein gesundes Fundament für fortgeschrittene Set-ups oder Kampagnen zu liefern.

1.    Technik ist das Fundament jedes SEO-Erfolgs

Der Erfolg einer Website hinsichtlich ihrer Sichtbarkeit in Suchmaschinen steht und fällt mit ihrem technischen Gerüst. Der beste Content einer Seite zählt nichts, wenn er Google nicht erreicht oder er durch andere, irrelevante Elemente aus dem Fokus gerückt wird. Hier spielt zum einen eine saubere HTML-Struktur eine Rolle, zum anderen aber auch eine klare Ordner-Struktur und korrekte Server-Einstellungen. Als Website-Programmierer fährt man generell gut damit, sich an die Programmier-Standards des World Wide Web Consortiums (W3C) zu halten, da diese auch für Google gelten. Vermeiden sollte man dagegen selbst erdachte Experimente. Die Website als Gesamt-Konstrukt sollte überschaubar und auch endlich sein. Websites, die zu systembedingtem „Wildwuchs“ neigen (bspw. durch Parameter-URLs) können nämlich Indexierungsprobleme bei Google bekommen. Seiten, die zwar für Nutzer durchaus wertvoll sind, sich jedoch nicht als Suchergebnisse bei Google eignen, sollten von der Indexierung ausgeschlossen werden. Dynamische Script-Sprachen können für Google schwer zu enkodieren sein und sollten daher nicht an SEO-relevanten Stellen zum Einsatz kommen.

2.    Kenne Deine Keywords!

Mit dieser doch recht simplen Regel haben viele alteingesessene Unternehmen, die nicht ursprünglich aus der Online-Branche erwachsen sind, noch immer so ihre Probleme. Um das Internet als Neukunden-Quelle für sich zu erschließen, fangen Unternehmen oftmals zuerst mit der Gestaltung der Website an: Sie soll attraktiv und modern aussehen und den Nutzer emotional ansprechen. Außerdem soll sie möglichst viele Features haben und eine gute Usability bieten. All diese Ansprüche sind auch gut und richtig. Aber die alles entscheidende Frage stellen sich die meisten Unternehmen erst, wenn die Website bereits fertiggestellt ist: Woher bekommen wir – möglichst günstig – Besucher für unsere Seite? Google liefert diesen Traffic mit seiner organischen Suchmaschine völlig kostenlos. Allerdings sind die meisten dieser modernen Websites am Ende nicht darauf ausgelegt, den Suchanfragen der potenziellen Neukunden auf Google zu antworten. Die meisten etablierten Großunternehmen sind stattdessen immer noch dem Push-Marketing hörig, bei dem mit knackigen Eigennamen und schmissigen Slogans dem Kunden die eigene Marke vermittelt werden soll. SEO hingegen folgt einer Pull-Logik: Der Kunde sucht etwas, die Marke muss antworten. Wenn bspw. die potenziellen Kunden eines Sportartikelherstellers mit angeschlossenem Webshop auf Google nach Laufschuhen suchen, die entsprechende Shop-Kategorie jedoch auf der gesamten Website mit „Running“ betitelt ist, wird Google hier schwerlich einen Zusammenhang herstellen. Als Konsequenz werden andere Websites bzw. Onlineshops, die „Laufschuhe“ als Keyword verwenden, eher von Google bei einer entsprechenden Suchanfrage ausgespielt.5 Tipps für wirkungsvolle Suchmaschinenoptimierung

3.    Content bedeutet Wachstum

Eng verknüpft mit der Keyword-Thematik ist das Thema Content. Seit Jahren ist in der SEO-Branche der Slogan „Content is King“ Gesetz – und das mit Recht. Wer viel und qualitativ hochwertigen Text-Content auf seinen Seiten liefert, performt in den Suchmaschinen im Durchschnitt besser als Websites mit wenig oder gar keinen geschriebenen Wort-Inhalten. Auch wenn Webdesigner dazu tendieren, Seiten schlank, reduziert und mit wenig Text zu gestalten, widerspricht dies leider dennoch völlig dem Suchalgorithmus von Google. Der Suchmaschinen-Crawler braucht lesbaren Text, um den Inhalt bzw. die inhaltliche Vielfalt einer Website evaluieren zu können. So wird eine Seite mit einem 500 Wörter langen Text zum Thema „Laufschuhe“ immer eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, als Ergebnis für eine themenbezogene Suchanfrage zu ranken, als eine Seite mit nur 10 Wörtern. Doch Vorsicht, Quantität allein reicht nicht – auch die Qualität des Textes und das damit einhergehende Nutzerverhalten spielen eine Rolle. Absätze, Listenelemente, Tabellen sowie Bilder oder Videos steigern einerseits die objektive Qualität für den Googlebot und helfen zugleich dem Leser, Sachverhalte besser zu verstehen. Zudem kann Google über seinen Browser Chrome und auf anderem Wege die Verweildauer auf der Seite messen und lässt dies in seine Bewertung darüber einfließen, ob es sich um guten oder schlechten Content auf einer Seite handelt.

4.    Versuche, eine Autorität in Deiner Branche zu werden!

Google mag starke Marken. Deshalb sollte man als Seitenbetreiber über das Thema SEO hinaus immer daran interessiert sein, mit seiner Website eine anerkannte Marke mit hohem Wiedererkennungswert zu werden. Wie man das schafft? Zum einen, indem man guten, informierenden Content kreiert und diesen im zweiten Schritt im Netz oder auch über andere Kanäle verbreitet. An dieser Schnittstelle kommt das sogenannte Content Marketing zum Tragen. SEO im Jahr 2016 lebt nicht mehr nur davon, in einem Sportartikel-Shop alle produktbezogenen Kategorien aufzubauen und zu betexten. Ein Shop muss die Themen rund um seine Produkte herum als Ganzes besetzen, um bei seinen potenziellen Kunden ausreichend stark wahrgenommen zu werden. Solche Content-Marketing-Kampagnen können ganz unterschiedlich aussehen: Von einem informierenden Blog oder Ratgeber-Magazin, über einen YouTube-Account bis hin zu E-Books oder interaktiven Kampagnen-Seiten sind der Umsetzung kaum Grenzen gesetzt. Gut ist generell, was die Nutzer informiert oder unterhält und sich im Internet verbreitet. Als Resultate generiert die eigene Website sogenannte Social Signals über Facebook oder Twitter und erhält Backlinks von anderen Seiten. Zudem steigt die Anzahl von gezielten Brand Searches bei Google sowie Direct Type-ins der Domain in die Adressleiste des Browsers – für Google ein eindeutiges Signal, dass hier eine ernstzunehmende Marke heranwächst.

5.    Links sind nach wie vor eine harte Währung im SEO

Auch wenn viele SEO-Fachleute das Ende von Backlinks als Einflussfaktor des Suchalgorithmus‘ von Google voraussagen, sprechen Beobachtungen immer noch eine andere Sprache: Domains, für die sich innerhalb einiger Monate – ob natürlich oder durch aktives Linkmarketing – die Anzahl an verweisenden Links und Domains erhöhen, wachsen auch proportional in ihrer organischen Sichtbarkeit. Das bedeutet: Sie haben mehr Rankings auf den vorderen Positionen. Die Grundüberlegung dahinter ist so simpel wie einleuchtend: Websites, die oft von anderen Websites zitiert (also verlinkt) werden, dürften mehr Relevanz besitzen als Websites mit wenigen Backlinks. Auch hier gilt das Dogma: Qualität statt Quantität. Ein nur auf Masse abzielender Link-Aufbau kann schnell nach hinten losgehen, denn viele neue Backlinks innerhalb kurzer Zeit können – unabhängig von der Reputation der verweisenden Seiten – eher riskant als nützlich sein. Solche Seiten laufen Gefahr, von Google Manipulation vorgeworfen zu bekommen und abgestraft zu werden. Wer jedoch dank gutem Content beharrlich auf vertrauenswürdigen Seiten verlinkt wird, wird auch in Zukunft Erfolg im SEO haben.

Fazit

Wie man sieht, sind all diese Faktoren eng miteinander verzahnt und lassen sich schwer voneinander getrennt angehen. Doch wenn man die genannten Aspekte stets berücksichtigt, wird man jetzt und auch in Zukunft für potenzielle Kunden gut sichtbar sein.

Andre Alpar leitet einen Workshop zum Thema „SEO & Content Marketing – Traumhochzeit für die Kommunikation“ auf den Praxistagen Content Marketing am 27./28. Oktober. Eine Übersicht zur Veranstaltung finden sie hier.

Urheber des Bildes: dizanna / 123RF Lizenzfreie Bilder

Andre Alpar

Andre Alpar

ist CEO der 170-köpfigen Search und Content Marketing Agentur Performics am Standort Berlin. Performics ist mit über 2200 Mitarbeitern welt- weit eine der größten global tätigen Performance Marketing Agenturen.

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